Hermann Moellendorf  wurde am 26. Juni 1824 in Potsdam als Sohn eines Regierungssekretärs geboren. Er besuchte das hiesige Gymnasium. Dann leistete er 1840 ein Praktikum in „Bayerische Apotheke“ in Berlin ab. Nach Absolvierung des Praktikums leistete er in Tangermünde, Pritzwalk und Potsdam seinen Wehrdienst ab, den er als Oberapotheker absolvierte. Ein Jahr lang studierte er in der Berliner Universität und im Dezember 1847 legte er mit sehr guten Noten alle Prüfungen ab. Die nächsten fünf Jahre hindurch wurde er Praktikant in verschiedenen Ortschaften Pommerns uns Sachsens. 1850 nahm er an Kriegshandlungen der preußischen Armee gegen Armee des Deutschen Bundes teil, welche durch „Schlacht bei Bronzell“ beendet wurden. Tätigkeiten von Moellendorf wurden auf die Arbeit in einer Militärapotheke beschränkt. Er wurde der „Oberapotheker“ des 2. Korps. Von Januar bis zum März 1851 verkehrte er als Leiter eines mobilen Medikamentenlagers von Bischofswerder (Biskupiec) über Stettin bis Liebenwalde und zurück. Ab 1853 wurde er in Landsberg (Gorzów Śląski) sesshaft, wo er eine verwahrloste Apotheke erwarb und diese zur Blühte brachte.

Moellendorf heiratete 1855 Flora von Zawadzki, Schwester von einem Mitglied des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg (welcher auch er angehörte). Am Ende seines Aufenthalts in Landsberg begann er, sich für Fotografie zu interessieren. Diese Kunst betrachtete er aber eher als eine Nebenbeschäftigung, ein Hobby. Im April 1861 verkaufte er seine Apotheke in Landsberg und erwarb eine andere in einer größeren Stadt – Leobschütz (Głubczyce). Zu diesem Zeitpunkt begann er, sich als Fotograf zu bewerben. Von dort aus zog er im Juni 1867 in Rawitsch (Rawicz) um.

Das Fotoatelier befand sich im zweiten Stock, in einem Gebäude, dessen Untergeschosse die Firma Wolkenhauer einnahm, die Klaviere herstellte

Auf den ersten Bildern von Moellendorf stand auf der Vorderseite lediglich folgende Aufschrift: „E. Kiewning Nachfolger – Stettin“. Auf der Rückseite wurde besonders der Name Kiewning hervorgehoben, darunter wurde in kleineren Buchstaben „H. Moellendorf“ geschrieben.

Dieses Mädchen ist Martha Pantzlaff.

Eine Anzeige in Stettiner Adressbuch von 1883. Neben der Anschrift des Ateliers wurde auch die Privatadresse von Moellendorf angegeben: Hohenzollernstraße 2, III. Stock (heutige Krzywousty Straße).

Auf diesem Foto sind schon Nachnamen des Vorgängers sowie aktuellen Inhabers zu sehen. Dabei wurden auch die Proportionen umgekehrt. Der Name von Moellendorf wurde in viel größeren Buchstaben als der Name von Kiewning aufgedruckt.

Nach nicht mehr als zwei Jahren wurde schon auf der Vorderseite der neuen unten dargestellten Bilder der Name von Moellendorf angegeben und eine Information über Zusammenhang des Ateliers mit Kiewning gab es lediglich auf der Rückseite und in viel kleineren Buchstaben.

Oben zwei Fotos desselben Paares, in demselben Fotoatelier in Louisenstraße 13, manches Zubehör und Möbel sind sogar dieselbe. Erstes Foto wurde von Eduard Kiewning um 1876 gemacht, zweites – von Moellendorf gegen 1881.

Hermann Moellendorf war nicht mehr der Jüngste, als er seine Karriere als Berufsfotograf begann. Seine Firma gedieh sehr gut und nach einigen Jahren kam er zum Schluss, dass er diesen Betrieb weiterentwickeln sollte und

1885 entstand die Gesellschaft: „Moellendorf & Bachmann”.


Franz Christian Friedrich Bachmann wurde am 6.07.1859 in Göttingen geboren. Sein Vater Johann beschäftigte sich mit Tischlerei und Möbelrenovierung. 1885 heiratete Christian Anna geb. Corvinus. Sie hatten drei Kinder: die Tochter Erika (1886 - 1970), den Sohn Walther (1889 - 1966) und die Tocher Margarethe (1890 - 1970).

In der Informationsbroschüre „Das Buch Der Alten Firmen, der Stadt und des Handelskammerbezirkes, STETTIN im Jahre 1931”, Seite 139, findet man eine Information, dass Christian Bachmann als Fotograf ab dem Jahre 1876 tätig sei. In Stettiner Adressbüchern aus den Jahren 1876-1885 wurde jedoch nur zweimal vor. 1882 soll er sein Fotostudio in der Passauerstr. 3 (heutige Partyzantów-Straße) und 1883 in der Kurfürstenstraße 14. (heutige Kopernika-Straße).

Die Werbung des Ateliers im „Stettiner Adressbuch” von 1885. Hierbei wurde Ausführung von Fotografien jeder Art, insbesondere Reproduktionen nach Ölgemälden, Daguerreotypien und Fotografien, sowie Vergrößerungen bis zur Lebensgröße prompt und auf das Sauberste, angeboten.

1888 verlegte der Betrieb „Moellendorf & Bachmann” sein Fotoatelier in ein neu errichtetes Gebäude in der Nähe von St. Jakob Kirche, in Mönchenstraße 20-21, III. Stock (heutige Grodzka Straße). Die Gründe für diesen Umzug sind mir nicht bekannt. Vielleicht wurde die Klavierfabrik immer größer und benötigte mehr Platz, deswegen kündigten sie den Fotografen aus dem Dachgeschoss oder auch gedieh das Fotoatelier so gut, dass hierfür wurden größere Räume notwendig. Ansonsten war die Lokalisation in Louisenstraße auch nicht die beste. Das neue Fotoatelier lag buchstäblich gleich an der „Jakobi Kirche” und das trug bestimmt zur Gewinnung neuer Kunden bei.

Zwei Ansichten auf Mönchenstraße (Grodzka Straße) von Große Wollweberstraße (Tkacka Straße). Im Hintergrund wurde mit einem Pfeil das Grundstück Mönchenstraße 20-21 hervorgehoben.

Noch ein anderes Foto des Gebäudes, in dem sich das Fotoatelier Moellendorf & Bachmann befand, diesmal Ansicht vom Dach des Eckhauses Nummer 52 an Breitestraße (Wyszyński Straße) und Papenstraße (Staromiejska Straße).

Ein Fragment der Seite 301 in Stettiner Adressbuch aus dem Jahr 1889, wo alle Mieter im Wohnhaus in Mönchenstraße 20-21 für diesen Moment dargestellt wurden, als das Fotoatelier seine Tätigkeit unter dieser Adresse begann.


20 – 21 (Neubau)

                   Decker – Ratsmaurermeister, Eigentümer.

Erdgeschoss: Lesser & Co. – Manufaktur und                    Modewarenhandlung.

                   Studemund – Kaufmann, Tuchhandlung und                    Herrenkonfektion.

                   Sieber & Co. – Papierwarenhandlung.

                   Prüszing –Handschuh- und Krawattengeschäft.

III. Stock:     Moellendorf & Bachmann – Fotograf.


Der erste und zweite Stock waren noch frei, weil das Gebäude ganz neu war. Zu späterer Zeit wurden alle Stockwerke besetzt. Im Laufe der Zeit wurden die Mieter mehrmals getauscht

Eine andere Mutation desselben Pappschildes, schwarze Vorderseite.

1888 bekamm der Betrieb von Moellendorf & Bachmann die silberne Medaille bei der Großen Internationalen Wissenschafts- und Industrieausstellung in Brüssel.

Auf der Rückseite sind folgende Aufschrifte vorhanden: “GRAND CONCOURS INTERNATIONAL DES SCIENCES ET DE L’INDUSTRIE, BRUXELLES 1888. SOUS LA PRESIDENCE O HONNEUR DE S.A.M. GNIUR LE COMTE DE FLANDRIE. PREST DO COMTE EXECT L. SOMZÉE”. „Der Große Internationale Wettbewerb für Technik und Industrie, Brüssel 1888, unter dem Ehrenpatronat des Grafen von Flandern“.

Eine in Stettiner Aderssbuch 1889 veröffentlichte Anzeige, mit der neuen Anschrift.

Man fragte sicht, wem dieses Mädchen „Auf Wiedersehen” sagt... Dieses Pappschild wurde von der Berliner Firma Alex Linder ausgedruckt.

Vorderseite ist gleich wie auf dem Bild oben rechts, Rückseite weist jedoch mehrere kleine Unterschiede auf. Der Pappschild trägt die Bogennummer einer anderen Drückerei (Litografen) „Sch. & W.”

Meiner Meinung nach sind Rückseiten der Pappschilder aus dieser Zeit besonders interessant, denn darauf wurde der Betrieb vor dem Hintergrund der Kirche gezeigt.

Dank der Pappschilder und Fotos, die das Gebäude zeigen, in dem sich das Fotoatelier Moellendorf & Bachmann befand, kann man die Geschichte der Bau vom Turmhelm bei der St. Jakob Kirche verfolgen.

Auf dem obigen Foto sieht man den Turm ohne Helm, dessen Bau 1892 begonnen wurde.

Auf dem Bild daneben ist eine ähnliche Aufnahme zu sehen, wie auf dem Pappschild. Höchstwahrscheinlich ist das eine Reproduktion der Ansichtskarte von Alexander Matthaey (ein Fotograf, der ca. 20 Jahre lang in Stettin tätig war).

Auf diesem Foto sieht man dagegen das Gebäude, in dem sich das Fotoatelier von Moellendorf & Bachmann während der Bau des Turmhelms der St. Jakob Kirche befand. Unter Beachtung der Tatsache, dass die Bogennummer komplet und weiterhin barock ist, gibt es hier die Aussicht vor dem Unglück, d.h., vor dem Jahr 1894.

Gesellschafter ließen Pappschildergrafik auf den Rückseiten aktualisieren. Diese Aufnahme wurde also bestimmt nach dem Jahr 1894 gemacht. Auf der Vorderseite wurde der Betriebname geprägt, deswegen ist dieser auf dem Scan unlesbar. Merkwürdig, dass auf dem neuen Bild, das die Kirche mit dem Turmhelm darstellt, wurde die Signatur in einer Barockversion erhalten (teilweise hinter dem Gebäude im Vordergrund versteckt), d.h., vor dem Bauunglück 1894. Sie sollte auch schlank, gotisch sein. Gedruckt in Berlin bei der Firma Alex Linder.

Wenn wir uns Rückseiten von Pappschildern ansehen, auf denen das Fotoatelier von Moellendorf und Bachmann in Mönchenstraße 20-21 vor dem Hintergrund des heutigen Domes dargestellt wurde, finden wir fünf unterschiedlichnen Hauszeichnungen. Sie unterscheiden sich untereinander in mehreren Einzelheiten, meist auffallend ist jedoch die Anzahl und Verteilung der Personen vor dem Gebäude. Auf dem ersten ist die Straße leer, auf dem zweiten sieht man 11 Personen, auf dem dritten 12, auf dem nächsten 13, und auf dem letzten nur 10 – da sieht man aber zusätzlich einen Hund!


Ansonsten gibt es noch einen von mir "Kösliner" genannten Faden der Geschäft von Moellendorf und Bachmann. Im Stettiner Adressbuch von 1864 wurde ein Fotograf mit dem polnisch-klingenden Namen, J. E. Stybalkowski, angegeben, der in Stettin mit Herrn Veit ein Fotoatelier in Kleine Domstraße 24 führte. Dann sind sie ganz weit weg hinter Stettiner Horizont. Durch Zufall gelang es mir festzustellen, dass Stybalkowski danach ein Fotoatelier in Köslin hatte. Bestimmt funktionierte es dort noch im Jahre 1891 (bestätigt durch die Adnnotation in Kösliner Adressbuch aus diesem Jahr). Und diese Sache erweckte mein Interesse, weil ich in Besitz der Bilder von Moellendorf und Bachmann aus Köslin gelangte. Interessant, dass sie sich mit dieser Tatsache auf den Pappschilder aus Stettin nicht prahlen, wie es andere Fotografen taten, dies folgt aber vielleicht aus der Tatsache, dass sie damit nicht fertig wurden, weil das ganze Abenteuer von Köslin kurzlebig war. Auf den Kösliner Bildern gibt es jedoch eine Information, dass sie ein Fotoatelier in Stettin haben. Auf dem ersten Bild finden wir eine Information, dass Moellendorf & Bachmann Nachfolger von Stybalkowskiego sind und auf dem anderen, dass eine unbenannte Person (?) Nachfolger von Moellendorf und Bachmann ist. Das zweite Bild wurde eindeutig "1894" datiert. Die ganze „Kösliner Episode“ dauerte also nach meinen Berechnungen nur etwa zwei Jahre.

Aufschirfte auf den Bildern informieren darüber, dass Moellendorf & Bachmann Nachfolger von J.E. Stybalkowski sind. Auf den Rückseiten findet man Adressen der Atelier in Köslin und Stettin sowie eine Information über die silberne Medaille an der Weltausstellung in Brüssel von 1888. Pappschilder wurden in Berlin bei der Firma „A.L.“ gedruckt, mit einer Anmerkung „Musterschutz“.

Im Herbst 1894 wurde der Turmhelmbau in der Kirche abgeschlossen. Der Turm hatte von nun an die Höhe von 109 Metern und war wahrscheinlich zu hoch, weil er nicht ganz in die Postkarte hineinpasste... Die Signatur wurde in einer gotischen Form rekonstruiert.

Im Jahre 1896 beendete Hermann Moellendorf sein Gewerbe, veräußerte die Anteile, trat in den Ruhestand und zog nach Charlottenburg um. Auf den Bildern tauchte ein Vermerk auf: Inh. Chr. Bachmann. Der Betriebsname blieb aber unverändert. „Moellendorf & Bachmann”.

Unten verschiedene Pappschilder-Versionen aus den Jahren 1900 – 1920.

Die ältere Schwester von Susanna Schmidt.

Susanna Schmidt - 1903

Auf diesem Foto wurde Greta Daniels im Jahre 1908 gezeigt. (die Tante von Fräulein Schmidt)..

Das Verlobungsfoto der Christian Bachmanns Tochter Erika mit Emil Teuthorn, (1880-1959), welches im Fotoatelier in Mönchenstraße 20 – 21 im April 1908 aufgenommen wurde.

(Dieses Foto befindet sich im Besitz von Peter Teuthorn, Urenkel von Christian Bachmann. Es wurde mit Genehmigung des Eigentümers veröffentlicht.

Die Internetseite der Familie Teuthorn:

http://teuthorn.net/feuilleton/

Die Rückseite des Fotos wurde im Verhältnis zu den vorherigen etwas geändert (anders wurden die Aufschriften verteilt). Das Foto wurde im Januar 1909 gemacht. Die Widmung: „Zur Erinnerung an einige nette gemeinsam verbrachte Stunden, Ally Laude“. Langfuhr, 7.II.1910.

Ebenso wie viele andere Fotoateliers, Moellendorf & Bachmann boten ihre Fotodienste auf den Auftrag von Zeitschriften auch zu Werbungszwecken oder zwecks der Nutzung als Postkarten.

Die Postkarte von Messenthin (Mścięcin), herausgegeben um 1900 vom Betrieb „Moellendorf & Bachmann”, zeigt das Holzgebäude der Trinkhalle - „Waldhalle”, welches 1863 errichtet wurde, das Holzgebäude der Bahnstation, das 1898 zur Benutzung übergegeben wurde sowie das Spazierschiff auf dem Fluss Larpe, der der rechte Zufluss der Oder ist.

Ende 1925 wurde das Fotoatelier von Christian Bachmann in Am Berliner Tor 1 verlegen, ins Eckhaus rechts vom Hafentor, wenn man von der Wyszyński Straße aus gesehen. Es gilt als einer der repräsentativsten Plätze von Stettin. Vorher befand sich hier jahrelang das Fotoatelier der Firma Samson & Co.

Eine Hülle für das Bild, mit dem Betriebsnamen, Anschrift und Telefonnummer.

Diese Postkarte wurde vom Betrieb "Moellendorf & Bachmann” schon unter der neuen Adresse herausgegeben. Darauf wurde das Kurhaus in „Ostseebad Graal” (heute „Graal-Müritz”) dargestellt, welches dem Berliner Straßenbahnunternehmen gehörte.

1936 änderte Bachmann den Betriebsnamen in „Christian Bachmann”, wobei er jedoch eine Information hinzufügte, dass er Nachfolger der Tradition der Firma „Moellendorf & Bachmann” ist. In Stettiner Adressbuch aus dem Jahre 1937 findet man einen entsprechenden Vermerk:

Christian Bachmann verstarb am 13.02.1938 in Messenthin (Mścięcino) bei Pölitz (Police). Er wurde neben seine Frau Anna begraben, die zwei Monate und einen Tag vorher verstarb. 1998 wurden die Grabmäler aus dem Friedhof in Messenthin ins Lapidarium in Pölitz übertragen.

Und hier findet die Geschichte eines der meist verdienten Fotoateliers des Vorkriegsstettin ihr Ende.

Nach dem Bachmanns Tod wurde das Gewerbe unter der Adresse Am Berliner Tor 1 von niemandem fortgesetzt.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude zerstört.

Nach dem Krieg standen an einem leeren Platz einige Jahrzehnte lang Imbissbuden. Erst in diesem Jahr (2011) wurden die Bauarbeiten auf diesem Grundstück begonnen. Hier sollte ein Biurohaus „SwedeCenter” errichtet werden.

In den 20er Jahren war sehr populär, den Namen des Fotografen, des Ateliers und gegebenenfalls auch die Adresse, auf speziellen Pressen auszustanzen.

Ein Foto von Christian Bachmann, aufgenommen am 2. Mai 1936.

Dieses Foto befindet sich im Besitz von Peter Teuthorn, Bachmanns Urenkel. Ich habe es mit Genehmigung des Eigentümers veröffentlicht.

Internetseite der Familie Teuthorn: http://teuthorn.net/feuilleton/

Auf der vorigen Postkarte sieht man das Wohnhaus Am Berliner Tor 1 noch im alten Kleid. Um die Wende der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden die Fassaden geändert, „modernisiert“. Türmchen und mehrere Verzierungen sind verschwunden, doch der Baukörber blieb weitgehend unverändert. Diese Aufnahme stammt aus dem Jahre 1932 oder 1933. In Vergrößerung sind das Fotoatelier und Werbeaufschrift deutlich zu sehen.

Es gibt auch eine andere Variante dieses Musters. In seinem Unterteil sieht man eine Information, dass dieses Modell geschützt ist (Musterschutz) und steht einer Person zu Initialen „A.L.“ zu.

Zwei obigen Pappschilder wurden 1889 von der Firma “A. L.” ausgedruckt, d.h., ein Jahr nach dem Medaillengewinnen in Brüssel.

Dieses Gebäude steht bis heute in Krzywousty Straße 2.


Bisher wusste man nicht, wer die Pappschilder druckte. Die waren anonym. Auf dem Bild links ist eine solche Information noch nicht vorhanden. Auf demselben Pappschild rechts gibt es schon eine Information, dass dieser von der Firma “Trapp & Münch” aus Berlin gedruckt worden war

Zurück zu Stettin.


Carl Panzlaff geboren am 23. Oktober 1830 und gestorben am 9. Dezember 1900 (er lebte über 70 Jahre) mit seiner Frau Friederike Panzlaff, geb. V..........., geboren am 28. Februar 1834, gestorben am 30. Dezember 1917, sie überlebte also 83 Jahre

Karl Meyer

Auch dieser Pappschild wurde bei der Firma “Gebr. Söhlke” in Bremen gedruckt.

Das letzte Foto des Betriebes “Moellendorf & Bachmann” in meiner Sammlung, das auf einem festen Karton aufgeklebt wurde. Dieser Pappschild wyrde bei der Firma “Block & Co-Berlin SW13” gedruckt. (süd-westlicher Teil von Berlin).

Fotografische Albuminpapiere waren sehr dünn und deswegen wurden sie auf Pappschilder aufgeklebt. Danach begann die Maßenproduktion von Chlorsilber- sowie Bromsilberfotopapieren auf einer dauerhafteren, dicken Unterlage. Somit ist die Ära der Fotos auf den Pappschildern zu Ende.

In Anbetracht dessen, dass Bachmann in Messenthin lebte, kein Wunder, dass er auf den Postkarten diesen sehr schönen damals Winkel propagierte.

Ansicht auf Grodzka Straße im Juli 2013.

Das Grundstück Nr. 1 am Hafentor. Links im Jahre 1927, rechts im Juli 2013.

Die Fotos wurden von Alicja Noculak im September 2010 gemacht.

Auf diesem Foto wurde das Gebäude im Juni 2009 gezeigt. Heute beherbergt es die Musische Schule Namens Feliks Nowowiejski

„Moellendorf & Bachmann” gehörte neben Louis Klett, Carl Lucke, Gebrüder Siebe und Friedrich Zschocke zu den am längsten betriebenen Fotoateliers in Stettin, von Anfängen der Fotografie bis zum Zweiten Weltkrieg. Der Betrieb funktionierte 51 Jahre lang, was einen außergewöhnlichen Erfolg darstellte. In diesem Artikel möchte ich Personen der beiden Gesellschafter näher bringen, dieser Beitrag wurde dabei mit Bildern aus meiner Sammlung illustriert, welche in ihren Ateliers gemacht wurden. Andere Materialien, die im Artikel ausgenutzt wurden, sind meistens in meinem Besitz und acht von diesen Bildern, die Straßen und Gebäude darstellen, gehören dem Portal der Liebhaber des alten Stettins - „Sedina“. Dieser Beitrag wurde in der zweiten Nummer von „Szczeciner“ 2012 veröffentlicht.

Ryszard Hałabura

Newton Longville

Dezember, 2011

Ansicht auf die Vorderseite des Gebäudes und Haupteingang.

Und da ist die Schwester oder Cousine von Martha, Magdalena Pantzlaff. In späterer Zeit wurde von jemandem „Tante Lenchen“ hinzugeschrieben.


Die Aufschrift auf der Vorderseite wurde in gotischen Buchstaben aufgedruckt, welche damals noch in Gebrauch waren; auf der Rückseite ist schon lateinische Typografie vorhanden.

Eine schwarze und eine braune Mutation des vorigen Musters, jedoch ohne Angaben zur Druckerei.

Das letzte mir bekannte Pappschildmuster, welches im Fotoatelier in Louisenstraße 13 in Gebrauch war.

Auf dem Foto das Gebäude, in dem sich das Fotoatelier Moellendorf & Bachmann befand. Auf dem Dach ist die Werbung des Fotostudios zu sehen. Rechts das Denkmal von Carl Löwe, Organist bei der St. Jakob Kirche, Komponist, Singer und Dirigent. Er komponierte unter anderen Musik zu Gedichten von Adam Mickiewicz, die ins Deutsche von Carl von Blankensee übersetzt wurden. Heute steht auf diesem Sockel die Mutter Gottes Figur.

Lokalisation des Fotoateliers Moellendorf & Bachmann auf einem Stadtplan aus dem Jahr 1900.

Wohl das erste Pappschildmuster, welches im neuen Fotoatelir in Mönchenstraße 20 – 21 in Gebrauch war. Graphisch ist es das selbe, wie das letzte mir bekannte Muster von Louisenstraße 13, änderte sich nur die Adresse. Der Mann auf dem Foto ist L...cky, geboren am 21. August 1858, gestorben am 8. August 1918 (er durchlebte 60 Jahre). Das Foto wurde um 1888 aufgenommen (nach dem Umzug in die Mönchenstraße und vor der Verehrung mit Medaille in Brüssel). Der Mann war gegen 30 im Moment des Aufnahmes.

Auf der Vorderseite ist das Bildnis vom belgischen König Leopold II. zu sehen.

Auf dem neuen Pappschild gab es Angaben zur Medaille und auf der Vorder- sowie Rückseite sind ihre Miniaturen und das Datum 1890 zu sehen. Eine interessante Einzelheit kann auch sein, dass hierbei erstmals die Telefonnnummer – 426 erschien, mit einem Zusatz „für Stettin u. Berlin” (wohl dieselbe Nummer für Stettin und Berlin). Pappschilder wurden von der Firma “A. L.” ausgedruckt.

Wohl das erste Pappschild mit der Ansicht aufs Gebäude, in dem sich das neue Fotoatelier befand. Hinten ist der Turm der St. Jakob Kirche zu sehen.

Von diesem Foto erfahren wir, dass 1894 die Gesellschaft Moellendorf & Bachmann ihr Gewerbe in Köslin am Markt 21 (gegenüber des Rathaus) einstellte und ihr Nachfolger anonym ist...

Dieses Foto befindet sich im Besitz des Herrn Tomasz Spychała. (www.stareatelier.pl). Herzlichsten Dank für Ihre Genehmigung, das Foto in diesem Beitrag nutzen zu können.

Zwei Pappschilder, wobei die Rückseiten identisch sind und die Vorderseiten sich unterscheiden. Das Foto rechts zeigt Gebrüder Robert und Karl Meyer.

Obwohl dieses Foto im Format „Kabinett” gemacht wurde, ist diese Abbildung genauso wie die CDV daneben

Das Foto oben zeigt die letzte mir bekannte Ansicht auf den jetzigen St. Jakob Dom. Merkwürdig, dass der Vermerk „für Stetin u. Berlin” bei der Telefonnummer verschwand. Wohl änderte sich etwas im System der Vermittlungsstellen.

Der Junge ist Gero Lüttz, geboren am 7. September 1901.

Beispiel eines eher seltenen Gruppenfotos. Wahrscheinlich ist das eine Gruppe von Freundinen (vielleicht Schulfreundinen), denn die Mädchen ungefähr im gleichen Alter sind. Zweite links ist Charlotta Behnke, dritte Ewa Neubirch . Zweite rechts ist wiederum Hanna Herrhaltz.

Dieses Foto wurde wohl 1900 gemacht (die Widmung stammt aus August 1900). Danach folgte eine Periode, in der sich alle Informationen auf der Vorderseite des Bildes befanden und die Rückseite leer blieb. So ist in Mode gekommen. Schade... Die Signature der Druckerei: J. & N.

Ein ziemlich seltener Beispiel der speziellen Pappschilder für die horizontal aufgenommenen Bilder. Merkwürdig, dass die Angaben zu im Jahre 1888 gewonnenen Medaillen übergangen wurden.

Die Mädchen daneben sind wohl die Schwestern. Luise (mitten) war 19, Micke (links) war 7 und Hanni (rechts) war 12 Jahre alt, als das Foto aufgenommen wurde.

Es ist auch wahrscheinlich geschwister.

Rückkehr zur bedruckten Rückseite von Pappschildern. Beide Bilder haben dieselben Rückseiten, die Aufschriften auf der Vorderseite sind aber anders. Anzahl der Telefonapparaten in der Stadt musste erheblich zunehmen, denn es wurde begonnen, vierstellige Nummer zu benutzen (das Zentralevolumen betrug damals 10 Tausend Nutzer). Die neue Telefonnummer des Ateliers war 2551. Die Frau auf dem Bild oben ist... viel ältere schon Martha Pantzlaff. Der Pappschild des unteren Fotos wurde bei der Firma “Gebr. Söhlke” in Bremen gedruckt.

Ein Beispielfoto aus der Zeitschrift “Gartenflora” (Seite 137), herausgegeben in Berlin im Jahre 1903

Dieses Foto zeigt das Eckhaus Am Berliner Tor 1. Mit einem Pfeil wurde der Platz gezeigt, wo sich das Fotoatelier mit einer sichtbaren Werbung des Betriebes befand.

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Ryszard Hałabura

2013 - Newton Longville

Ich habe gedacht, dieser Artikel ist letztendlich fertig geschrieben. Doch ist es so im Leben, dass es immer wieder neue Überraschungen bereitet…

Am 21. April 2016, in Mścięcino bei Police, wo Christian Bachmann gestorben und begraben wurde, fand eine Veranstaltung statt, bei welcher eine der Grünanlagen in dieser Ortschaft nach seinem Namen benannt wurde. Als Sondergast wurde Herr Peter Teuthorn, Urenkel von Christian Bachmann, empfangen.

Daneben drei Aufnahmen von dieser Veranstaltung von Herrn Andrzej Kowalik (vielen Dank). Hauptpersonen auf diesen Bildern sind: Bürgermeister von Police - Władysław Diakun, Vorsitzende des Siedlungsrates von Mścięcino - Ewa Barecka sowie Peter Teuthorn, Urenkel von Christian Bachmann (weißhaarig, rechts).

Und noch ein Sondersendung für mich (oder genauer gesagt für diesen Beitrag auf meiner Webseite) von Peter Teuthorn. Auf diesem Bild wurde Christian Bachmann und seine Frau Anna im Jahre 1932 dargestellt. Vielen herzlichen Dank für dieses Geschenk. Sicherlich wird es diesen Beitrag schmucken.

1880 erwarb Moellendorf ein Fotoatelier von Eduard Kiewning in Stettin, in… Louisenstrasse 13, heutige Staromłyńska Straße. Er wurde damals 56 Jahre alt!

Wahrscheinlich eröffnete er sein zweite Fotostudio in Rawicz in der Louisenstraße 702.

Arbeitete er da vom Beginn seiner Tätigkeit bis zu seinem Beitritt zur Gesellschaft? Das weiß ich leider nicht. Bei Gesellschaftsgründung war Moellendorf 61 und Bachmann 26. Sehr große Altersunterschied. Vielleicht bereitete Moellendorf schon seinen Nachfolger vor... Die Zusammenarbeit verlief wohl ganz gut, denn der Betrieb prosperierte gut Nachdem die Gesellschaft „Moellendorf & Bachmann” entstanden war, verschwand von den Pappschildern die Information, dass der Betrieb die Tradition von Eduard Kiewning fortsetzte.

In letzten Lebensjahren verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Moellendorf so, dass es ihm große Schwierigkeiten bereitete, das Haus zu verlassen. Das letzte helle Geschehen seines Lebens war sein 80. Geburtstag, der am 26. Juni sehr festlich im Familienkreis gefeiert wurde.

Er verstarb fünf Monate danach, am 29. November 1904.


Die Fotos auf der rechten Seite zeigen ein Fragment von Adresbuch aus dem Jahr 1900, in dem bestätigt wird, dass Bachmann alle Rechte an dem Unternehmen erworben hat, wobei der alte Name „Möellendorf & Bachmann“ beibehalten wird.